ZDF beruft New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht nach KI-Panne im „heute journal“ ab

"heute journal" (über ZDF/Stefan Göppert)
"heute journal" (über ZDF/Stefan Göppert)

Das ZDF zieht personelle Konsequenzen aus der fehlerhaften Berichterstattung im „heute journal“ vom 15. Februar 2026. Die New-York-Auslandskorrespondentin Nicola Albrecht wird mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten abberufen. Eine interne Überprüfung kam zu dem Schluss, dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass eine weitere Tätigkeit in der bisherigen Funktion nicht vertretbar sei.

Zwei problematische Videosequenzen

Albrecht hatte zuvor für „Mittagsmagazin“ und „heute journal“ über die Angst von Kindern vor Festnahmen durch die US-Behörde ICE berichtet. Der Beitrag im „Mittagsmagazin“ vom 13. Februar war nach Angaben des Senders nicht zu beanstanden. Für das „heute journal“ am 15. Februar wurde der Bericht angepasst. In dieser Fassung verwendete die Korrespondentin zwei Videoszenen aus dem Internet.

Eine Sequenz zeigte eine Festnahme aus Florida aus dem Jahr 2022 und stand in keinem Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung. Die zweite Sequenz war KI-generiert. Nach den internen Regeln des ZDF hätte dieses Material ohne journalistische Begründung und ohne klare Einordnung nicht verwendet werden dürfen.

Zudem erfolgte keine ausreichende Überprüfung der Herkunft der realen Videosequenz. Nach Angaben des Senders hätte der Schlussredaktion des „heute journals“ bei der Abnahme des Beitrags die KI-Sequenz auffallen müssen.

Chefredaktion kündigt Maßnahmenkatalog an

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte, der entstandene Schaden sei groß. Im Kern gehe es um die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung. Derzeit werde ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, um die Einhaltung journalistischer Standards künftig sicherzustellen.

Der beanstandete Beitrag war zuvor von allen Plattformen entfernt worden.

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