Nach fast zwei Jahrzehnten ist es offiziell: Die DeutschlandCard GmbH stellt ihren operativen Geschäftsbetrieb spätestens zum 30. November 2026 vollständig ein. Das Management informierte die rund 90 Mitarbeitenden am 13. April 2026 im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung über die Entscheidung. Der Gewinner des jahrelangen Duells heißt eindeutig: PAYBACK.
Der entscheidende Schlag: Edeka wechselt das Lager
Das Ende der DeutschlandCard kommt nicht überraschend. Der Hauptgrund ist der Verlust des wichtigsten Partners Edeka inklusive Netto Marken-Discount und Marktkauf, die bereits Anfang 2025 zum großen Konkurrenten Payback gewechselt sind. Mit dem Wegfall dieses Großpartners verlor die DeutschlandCard schlagartig einen erheblichen Teil ihrer Transaktionsbasis und Reichweite.
Dem Programm fehlten dadurch die tägliche Frequenz und die nötige Reichweite, um profitabel arbeiten zu können. Das Unternehmen war deshalb schon seit Längerem defizitär. Der Versuch, das Programm digital neu auszurichten, scheiterte: Anfang 2026 waren die Tankstellenkette Esso sowie einige Apotheken die letzten verbliebenen größeren Partner, bei denen Punkte vor Ort gesammelt werden konnten.
Payback dominiert nun allein
Mit dem Ende der DeutschlandCard verschiebt sich das Kräfteverhältnis im Markt der Bonusprogramme weiter zugunsten von Payback, das mit dem Zugewinn von Edeka seine Position als dominierender Anbieter in Deutschland weiter ausgebaut hat. Ein ernsthafter Konkurrent für das American-Express-Tochterunternehmen ist damit vom Markt verschwunden.
Was DeutschlandCard-Kunden jetzt tun müssen
Nach aktuellem Stand können Nutzer noch bis Ende Oktober 2026 Punkte sammeln. Bereits vorhandene Punkte sollen sich sogar bis mindestens 31. Dezember 2027 einlösen lassen, unter anderem im Prämienshop. Experten raten jedoch, nicht bis zum letzten Moment zu warten: Die Attraktivität des Portfolios dürfte in den kommenden Monaten rapide sinken. Wird der Prämienshop erst einmal ausgedünnt und springen weitere Partner vorzeitig ab, reduziert sich der reale Gegenwert der gesammelten Guthaben.
Für die Belegschaft sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Die DeutschlandCard gehörte zur Bertelsmann-Gruppe.


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